Sonntag, 13. Oktober 2013

USA - Long Island New York City Long Island

Von Atlanta nach New York zu fliegen, hat sich ähnlich vertraut angefühlt, wie in Atlanta zu landen. Dieses mal bin ich aber am Flughafen La Guardia angekommen und das war neu. Ich fands prima, weil man vom Flugzeug aus schon die Skylines von Manhattan und Brooklyn sehen konnte und man kurz vor der Landung lange Strecken ueber den East River und die Buchten des Atlantiks fliegt. Als ich auf mein Handy gucke sehe ich drei neue Nachrichten. Al hat geschrieben:

'I am @ delta terminal D-- baggage claim D1'
'I am diseased DO NOT TOUCH/BREATHE'
'Am wearing checkered pants (green & orange) & Hawaiian shirt with parrots & palm trees'

Ich entdecke ihn irgendwo hinter all den Chauffeuren mit Namenschildern in der Hand und natürlich breche ich mit seiner Regel und drücke ihn fest zur Begrüßung und natürlich trägt er wie immer eine beige Hose und ein weißes T-shirt. Er habe Ebola sagt er, ich glaube, er hat Schnupfen. Wir fahren nach Jericho auf Long Island, wo ich die ersten Tage verbringen möchte.

ich frage mich, wie sich 'Wolkenkratzer' definiert und finde, ich hab gewonnen. 
In der Zeit auf Long Island beschaeftige ich mich damit, meine weitere Reise zu planen. Dabei erwerbe ich eine Hostelling-International-Mitgliedschaft, die mir in den nächsten zwölf Monaten ermöglichen wird, sämtliche Betten 10% günstiger zu beschlafen. Ich buche außerdem meine Züge nach Philadelphia und Boston und verbringe meine Zeit damit aus den Tomaten in Als Garten Salat zu machen. Ansonsten jogge ich (immer noch zu kurz) durch die Nachbarschaft und lese im Garten. Dabei schwänzelt Juni misstrauisch um mich herum. Nach Bingham und Wenis mal ein Hund, der einfach nur bellt. Und böse guckt. Aber zu feige ist um zu zubeißen. Das wiederum finde ich gar nicht so schlecht.

Al möchte, dass auf seinem Grabstein steht 'He always had a good lawn'.
Das sind die, die aus den Alten von letztem Jahr gewachsen sind. 
Sieht nett aus. Hat nen ziemlichen Schaden. 
Freitags fahren Al und ich zu Target (wie Real nur dreimal so groß. natürlich.) und kaufen Bodylotion für mich und Hundefutter und Kaffee von Juni und Al. Weil Halloween ja schon in dreissig Tagen ist, ist alles Orange und wir hätten Halloweenhundekuchen kaufen können. Wir haben uns dagegen entschieden. Juni mag Halloween nicht.

Ich konnte gerade noch widerstehen.
Am Samstag wache ich auf und bin richtig gut gelaunt. Heute hole ich Nele am Flughafen ab. Deshalb backe ich vormittags noch Bananen-Ahornsirup-Muffins, damit wir im Zug vom Flughafen nach Brooklyn picknicken können. Bis dahin schlage ich die Zeit auf Long Island tot, wasche mal wieder Wäsche und packe meine Taschen. Die nächsten sieben Tage werden wir bei Alison in New York City verbringen.

Damit wir zwischen JFK und Brooklyn nicht umkommen.
so viel zu erzählen.
Um Nele noch ein bisschen wachzuhalten entscheiden Alison und ich uns für einen Spaziergang durch Brooklyn. Nele nimmts in Kauf.
Am Sonntagmorgen ist Nele überraschend ausgeschlafen und wir gehen um die Ecke von Alisons und Jons Appartment in Brooklyn frühstücken. Wir teilen uns die Pancakes, was strategisch klug ist, in weiser Vorraussicht auf das, was wir an diesem Tag noch vorhaben. Nach dem Frühstück fahren wir mit der U-bahn nach Manhattan. Wir haben uns entschieden, den heutigen Tag in SoHo zu verbringen und der amerikanischen Wirtschaft ein bisschen auf die Sprünge zu helfen. Nele vor allem. Am Ende hat sie neun neue Sachen, ich zwei. Dazwischen essen wir uns in kleinen Portionen durch die Backwarenlandschaft von New York City und krönen den Tag mit einem ziemlich authentischen Abendessen in Chinatown. Jon bestellt, wir essen. Und es schmeckt hervorragend. Alison lotst uns unauffällig zur Chinatown Icecream Factory und wir fügen uns unserem Schicksal: Grüntee- und Sesam-Erdnussbuttereis für mich, Oreo- und Coconutfudgeeis für Nele.

Zu Mittag gibt es Greek Yogurt mit Lachs und Brot für mich und mit Mango-Avocado-Salsa und Blue Corn Tortillachips für Nele
den Muffin aus der Vesuvio Bakery haben wir uns auch geteilt. Auch in weiser Voraussicht. 
Wir wollten wirklich nicht, aber Alison hat uns ausgetrickst.
Der nächste Tag beginnt mit einem kleinen Flop. Wir hatten uns vorgenommen nach Queens ins American Museum of the Moving Image zu fahren. Das klappt auch ganz gut. Bis zu dem Moment wo wir davor stehen und, nachdem wir beide an den verschlossenen Türen gerüttelt haben, lesen, dass das Museum leider nur mittwochs bis sonntags geöffnet ist. Natürlich fängt es in dem Moment an in Strömen zu regnen und uns bleibt nichts anderes übrig, als in das nächstgelegene Café zu sprinten. Teepause. Danach fahren wir zurück nach Manhattan und ich zeige Nele Macy's ('the largest department store in the world'. natürlich.). Dann fahren wir in den meatpacking district und bummeln durch Chelsea Market. Als wir rauskommen ist es schon dunkel. Wir fahren zurück nach Brooklyn, machen eine kurze Verschnaufpause und gehen dann ins Kino um die Ecke und gucken 'Don Jon', der überraschend unterhaltsam ist.

Die Regenschirme rasen so schnell wie sonst die Aktentaschen. Das ist ein bisschen schade. Wenigstens sehen sie dabei hübsch aus.
Vor allem die Frau ganz links findet ihren Job wahnsinnig aufregend.
Der wahrscheinlich einzige blaue Fleck am heutigen Himmel. Und das Empire State Building.
Wir gehen heute ohne Hut nach Haus...
...dafür mit neuen Jogginghosen.
neunzig Minuten über Scarlett Johanssons heißen Hintern
Der Dienstag begrüßt uns mit Sonnenstrahlen und wir entscheiden uns mit einer großen Portion Kuchen in den Tag zu starten. In der Magnolia Bakery suchen wir uns unseren Brunch zusammen und Nele kauft ein Backbuch. Dann machen wir einen Spaziergang durch den Central Park, pflanzen uns auf einen Felsen, blicken auf die Hochhäuser, schreiben Postkarten und lungern in der Sonne. Nachmittags besuchen wir das 9/11 Memorial. Auf dem Grundstück des ehemaligen World Trade Centers hat man den Grundriss der beiden Türme in Form zweier Brunnen nachempfunden. Um die Brunnen herum stehen auf Bronzeplatten die Namen der Opfer. Nele und ich hatten beide Gänsehaut. Es ist wirklich beeindruckend.

Vanilla-Bean-Cheesecake, Sugar-Cinnamon-Muffin, Pumpkin-Pecan-Muffin, Key-Lime-Cheesecake
Joel war Austauschschüler in Biberach und hat sich gefreut, mit uns Deutsch zu sprechen. Für das Photo hat er sogar sein Haarnetz abgenommen.
Weil die Sonne scheint, fällt unsere Mittagspause im Central Park ein bisschen länger aus.
Nele glaubt, dass das der Brunnen ist, in den Carrie gefallen ist. Wir entscheiden uns, uns einfach an den Rand zu setzen.
Eine willkommene Abwechslung zu den 'Girl from Impanema' spielenden Saxophonisten im Park.
Weil Nele nicht so groß ist, verhelfe ich ihr zu einer besseren Aussicht.

An den Geburtstagen der Verstorbenen schmücken die Angehörigen den Namen mit Blumen.
Der Mittwoch beginnt nicht ganz so sonnig wie der Dienstag. Wir beginnen mit einem gemütlichen Spaziergang zur und über die Brooklyn Bridge. Es ist windig und wir frieren ziemlich, weil der blöde Wetterbericht gesagt hat, es soll warm und sonnig werden. Aber weil wir trotzdem steinhart sind, laufen wir die kompletten 6 km von Alisons Wohnung zu den Docks der Staten-Island-Ferry zu Fuß. Wir setzen über, fahren dabei an der Freiheitsstatue vorbei und sparen so 20$, weil diese Fähre im Gegensatz zu denen, die Liberty-Island anfahren, umsonst ist. Wir frieren auch hier und entscheiden uns schlüssigerweise danach erstmal Mittagessen zu gehen und uns ein bisschen aufzuwärmen. Der ganze Tag ist kalt. Nach unserem Mittagssalat schlendern wir an einer weiteren Magnolia-Bakery-Filiale vorbei, schnappen uns jeweils einen Cupcake zum mitnehmen und laufen zur Highline. Weil wir danach bis zum Abendessen noch ein bisschen Zeit totschlagen müssen, schlendern Nele und ich über die 5th Avenue vorbei an der New York Public Library. Dort läuft im Moment eine kleine aber liebevolle Ausstellung über die Prägkraft von Kinderbüchern. Ein echter Zufallsglücksgriff. Dann treffen wir Alison und ihre Freundin Thao zum Abendessen in einem veganen Restaurant (weil wir neue Sachen ausprobieren wollen). Es schmeckt überraschend fantastisch. Allen. Wir verzichten aufs Dessert, rollen dennoch nach Hause und fürchten den nächsten Tag, denn es soll offiziell regnen.

Heute waren tausende Touristen auf der Brooklyn Bridge. Und ein Taxi.
Viertrillionen Menschen und wir strömen auf die 12.30 Uhr Fähre nach Staten Island
Das Photo konnte Nele machen, weil sie sich im Gegensatz zu mir in die Eiseskälte auf das Heck getraut hat.
Ihr Mittel gegen die Kälte war ein Cappuccino. Find ich immer noch eklig.
Das Besondere an diesem Photo sind nicht wir Zwei auf den Loungebänken der Highline. Der Mann, der das Photo gemacht hat, feiert heute seinen 25. Hochzeitstag und fährt mit seiner Frau an alle Orte in der Stadt, die in den letzten 25 Jahren wichtig für sie waren.
Witzig, aber nicht so cool wie der Müllhaufen in Atlanta.
sonst geht ihr ohne Essen ins Bett.
Donnerstags wachen wir auf, schauen aus dem Fenster und wissen nicht, ob wir uns freuen sollen, dass es noch nicht in schüttet, oder ob wir uns grämen sollen, weil die Sonne nicht scheint. Wir entscheiden uns für den Mittelweg. Eine Freundin hat Nele eins dieser Outlet-Kolosse empfohlen und wir fahren hin. Der Weg führt durch die unansehnlichste Gegend von New Jersey und der Klotz selbst war auch nicht so furchtbar hübsch. Meine neuen Laufschuhe waren bitter nötig und sehen meines Erachtens auch ziemlich gut aus. Als wir wieder zu Hause ankommen flezen wir uns hin und ruhen uns aus. Muss auch mal sein.

Hinter diesem Tor zum Himmel befindet sich das Busterminal.  
Nele schläft heute wieder 10 Minuten vor mir ein. Süß.
Neles letzter Tag in New York City startet dort, wo der Vortag aufgehört hat: auf der Luftmatratze in Alisons und Jons Wohnzimmer. Wir müssen packen, denn abends wird Al uns und Alison abholen, weil wir den Samstag auf Long Island verbringen wollen. Dann fahren wir zur Grand Central Station um dort mit einer Gruppe von Senioren und einem jungen jüdischen Pärchen aus New Jersey eine Tour zu machen. Die Grand Central Station ist wunderschön und feiert dieses Jahr ihren hundertsten Geburtstag. Danach gehen wir Mittagessen und entscheiden uns gegen das Museum of the Moving Image (denn das hatte ja am Montag geschlossen), weil wir finden, dass wir genug Input für den Moment haben. Wir laufen um die Ecke um nochmal in den Lesesaal der New York Public Library zu gehen. Dann machen wir einen langen Spaziergang in die Upper East Side, wo ich Nele die "Two little red hens" Bakery zeigen möchte, damit sie nochmal einen Vergleich zur Magnolia Bakery hat. Von da aus laufen wir durch den dunklen Central Park zur Upper West Side um mit Alison in einem (ziemlich hippen) veganen Restaurant zu Abend zu essen. Zurück in Brooklyn holen wir noch schnell unsere Sachen aus der Wohnung und fahren dann durch die überraschend leeren Straßen nach Long Island.

Die Decke der Grand Central Station soll der mediterrane Himmel zwischen April und Oktober sein. Leider falschrum. 
Während wir allerlei Daten zur Restauration der Decke hören macht der Kerl (links) seinem Mädchen (rechts) einen Heiratsantrag auf den Stegen der riesengroßen Fenster. Sie sagt ja und hüpft vor Freude.
Nele hört gespannt zu. Links neben ihr der jüdische Jüngling aus New Jersey.
Stille Post an der Whisper Wall
Um uns die Zeit zu vertreiben spielen Nele und ich ein Spiel. Jeder liest ne halbe Stunde in einem Buch und muss dem Anderen danach erzählen worum's ging. Meins um freie Meinungsäußerung in Amerika, ihres um Don Quixote. 
Das sind Minis. Die sind nur ein Drittel von einem normalen Cupcake. Und wir haben geteilt.
Auf Long Island erwache ich zu strahlendem Sonnenschein und gehe joggen (endlich mal wieder ein bisschen länger) und als ich wiederkomme ist auch Nele wach und geduscht. Wir frühstücken frische Bagels, die Al uns geholt hat und machen uns einen faulen Lenz bis Alison aus dem Fitnessstudio zurückkommt. Dann fahren wir durch die ziemlich schöne Herbstlandschaft von Long Island zum Apple Festival, wo wir durch die Sonne bummeln, ein Stück Apple Pie mit Vanilleeis essen und ein Pickle Pop (Gewürzgurke am Stiel.) essen und uns das Grundstück einer alten Villa angucken, auf dem das Festival stattfindet. Danach scheint immer noch die Sonne und wir fahren an den Strand. Dort stürmt es, aber weil die Sonne ja noch scheint und wir am Strand sind, finden wird es fantastisch und machen einen Spaziergang. Danach fahren wir nach Hause, kämmen uns unsere Zottelsandsalzhaare und essen Salad Pizza zu Abend, bevor Alison und ich Nele zum Flughafen bringen. Die Woche ging vorbei wie im Flug. Wie schön.

Zimtbagel mit Frischkäse und Erdbeeren. Is okay.
Nele und Alison und ganz viel Laub.
Apple Pie, Crumb Cake, Coconut Pie. Aber nicht für uns. Zumindest nicht an diesem Stand.
Wir wollten auch Schminke, aber wir haben den Stand nicht gefunden. 
Die Villa, auf deren Gelände das Apple Festival stattfindet, war bis vor Kurzem eine Schule für Taube Kinder. 
danach hab ich Nele getackled. Musste.
Es ist windig am Strand.
Aber sonnig und in Mainz sind laut Google 7° C. Hihihi.
there she goes, my wonderful friend.

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