Sonntag, 8. September 2013

Costa Rica - Tortuguero

Ich bin gut in Costa Rica angekommen. Nach 8 Stunden Flug nach Santo Domingo hatte ich dort eine Stunde Aufenthalt, bevor es mit der gleichen Maschine weiter nach San José, die Hauptstadt Costa Ricas, ging. Als ich um 4.30 Ortszeit am Flughafen ankam war es noch stockdunkel und Ich hatte fuer einen kleinen Moment ein bisschen Angst davor, das Flughafengebaeude zu verlassen. Ein bisschen grundlos, wie sich herausstellte, weil als ich dann vor die Tuer trat wunderschoene knallrote Taxis auf mich warteten, von denen eines mich zu dem Hotel brachte, von dem ich dann abgeholt wurde um nach Tortuguero zu fahren.

Victor, der Busfahrer sammelte mich also um 5.30 ein, verstaute mein Gepaeck und gemeinsam fuhren wir in den Sonnenaufgang, holten Tami ab [eine sehr nette Kanadierin um die dreissig], Esther und Attila [ein Paerchen aus Budapest], Ana Teresa und Ana Lorena [zwei Costa Ricanische Schwestern hoeheren Alters] und Warner, unseren Costa Ricanischen Guide. Wir fuhren etwa eineinhalb Stunden durch den Nebelwald in Richtung Nordwesten, bevor wir am Selva Tropical hielten um zu fruehstuecken. Ich war ganz schoen platt und hatte relativ wenig Appetit. Vor allem als ich das Nationalgericht Gallo Pinto [Bohnen und Reis] sah, von dem ich beide Bestanteile gar nicht so gerne esse. Daneben aber erstreckte sich eine Tafel mit frischer Ananas, Wassermelone und Papaya aus der Region, warmer Toast und Ruehrei - ein Vorgeschmack auf die Fruehstuecke, die darauf folgen sollten. Ich war versoehnt und ploetzlich wahnsinnig hungrig. 
Gallo Pinto


Nach dem Fruehstuecksstopp fuhren wir noch etwa eine Stunde vorbei an Bananen- und Papayaplantagen und Warner erzaehlte uns ueber die Besonderheiten der Region, die Vulkane, die die einst getrennten Kontinene Nord- und Suedamerikas verbunden haben, die Pflanzen des Regenwalds, dass Schlangen und Denguefieber die groessten Gefahren in Costa Rica seien und dass wir heute Glueck haetten, weil der Regen der letzten Tage ermoeglicht, dass wir den ¨kurzen¨ Weg nehmen, der 3 Stunden kuerzer sei. Sonst sei das Wasser zu flach und die Touristen zu schwer und man bleibt stecken und muss deswegen drei Stunden lang aussenrum fahren. Regen findet man hier also gut. Ich in dem Moment auch.
an der Bootanlegestation (im Hintergrund Esther und Attila)
Am Wasser ankommen wechselten wir aufs Boot und fuhren eine Stunde, bis wir Esther und Attila an der Kanadischen Biostation rausschmissen, wo sie zwei Wochen lang freiwillig Schildkroeteneier zaehlen wollten. Wir fuhren noch zwanzig Minuten durch immer flacher werdendes Wasser bis wir an der Turtle Beach Lodge ankamen. Dort begruesste man uns mit einen Willkommensdrink und bald darauf gab es Mittagessen. Gereicht wurden hier frischer Salat und Schweinegeschnetzeltes, gedaempftes Gemuese und gebratene Plantanes, die wie sehr grosse Bananen aussehen und etwas mehliger sind und fantastisch schmecken. Hier koennte deutlich werden, dass ich den ganzen Kram, der hier so waechst abgefahren lecker finde. Vor allem Plantanos und Papaya. Und alles andere auch.

ein bisschen eklig, aber es gibt in Strandnaehe keine Klaeranlagen

Nach dem Mittagessen entschied ich mich fuer einen dreistuendigen Mittagsschlaf und als ich aufwachte und es dunkel war wollte ich lesen und eine Stunde spaeter zum Abendessen das naechste und letzte Mal meinen Bungalow verlassen. Weil Costa Rica in den Tropen liegt, gibt es ein Problem, das ich zuvor nicht in vollem Masse in Betracht gezogen habe...Insekten. Manche sind wirklich huebsch, wie die korpulierenden Schmetterlinge, die ich auf dem Spaziergang durch den Regenwald entdeckt habe. Was witzig ist, ist dass die stundenlang aneinanderhaengen und dass Weibchen gar nichts macht, waehrend das Maennchen sie beide durch die Luefte hievt und auf Blaettern landen laesst. Was traurig ist, ist dass sie danach sterben. Nicht ganz so erfreuliche Insekten sind die bloeden Mosquitos, denen ich bis jetzt aber durch hysterisches Ummichschlagen und viel viel Off-Spray entgehen konnte. Noch weniger erfreulich sind die Spinnen, von denen sich eine grosse, braune Kandidatin in Tamis Bungalow gewagt hat und dort leider nicht mehr lebend wieder raus kam. Ausserdem hat sich eine Riesenkakerlake in Tamis Zimmer verirrt. Durch mein Zimmer kreuchten nur kleine schwarze Raupen, die ich am Anfang ziemlich eklig fand, die aber eigentlich ganz nett sind. Ich finde das gerecht und ich muss an Nele denken, die immer dann von Wespen gestochen wird, wenn ich wild um mich schlage und sie ganz ruhig dasitzt.

mein Bungalow

Die folgenden zwei Tage habe ich natuerlich auch morgens, mittags und abends gegessen und es hat mir si claro auch immer wahnsinnig gut geschmeckt. Ansonsten war ich am Strand, der hier mehr so ockerfarben ist, wegen der Vulkanmineralien, und knallheiss und voller wunderschoener Palmen. Auf die Frage, weshalb man zwischen 6 Uhr abends und 5 Uhr morgens nicht darauf darf, lacht Warner und erklaert, dass man da eventuell auf Jaguare treffen kann. Auf unsere skeptischen Gesichter antwortet er sein gewohntes ¨no problem, yes?¨. Neben Jaguaren gibt es im Nationalpark Tortuguero auch wahnsinnig viele Voegel, Caimane, Krokodile, Leguane, Flussschildkroeten und Eidechsen. Ich hab ein paar Photos gemacht, aber manchmal war ich zu sehr mit Staunen beschaeftigt, um rechtzeitig zu reagieren. Meine Kamera ist uebrigens super - ueber und unter Wasser.

Flussschildkroete

Jesus-Christus-Eidechse  (weil ihre Jungen uebers Wasser laufen koennen. logisch.)

ich im Pool der Lodge (weil ich durchs Wasser laufen kann)

Naja, und heute morgen nach dem Fruehstueck sind wir den gleichen [gottseidank immernoch nassgenugen] Weg zurueck, stoppten diesmal zum Mittagessen im Selva Tropical und dann wurde ich in meinem Hotel in San José rausgeworfen. Hier verweile ich nun bis ich morgen frueh um halb 8 abgeholt werde, um an die Pazifikseite an den Playa Samara gebracht zu werden. Es soll regnen. Aber da es hier Mikroklima gibt und es zwanzig Minuten weiter voellig anders aussehen kann, warte ich einfach ab. Zur not lese ich mein Buch, das mir Nele noch ausgeliehen hat und das leider bereits die ersten 30 Seiten aus dem Einband verloren hat. Der Grund: die feuchte Luft...

Tami, ich, Ana Lorena, Warner und Ana Teresa

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