Sonntag, 8. September 2013

Costa Rica - Playa Samara


Nach meinen Tagen in Tortuguero bin ich weiter in die Region Guanacaste gereist. Der Ort Playa Samara liegt direkt an der Pazifikkueste. Dort ist im Moment Regenzeit, was ich ja vorher schon wusste. Am 
Tag der Anreise war es auch zunaechst sehr sonnig. Erst am Nachmittag hat es sich zugezogen mit einem veritablen Tropengewitter.

im Van nach Guanacaste

Aber zurueck zur Anreise. Ich wurde am Donnerstagmorgen um 7.30 Uhr in San Jose abgeholt. Das fand ich sehr gut, weil mein Hotel richtig furchtbar war. Es lag direkt an der Hauptstrasse und staendig haben meine Fenster vibriert und auf meiner Decke waren fremde Haare. Der Laerm hat mich ein bisschen an die Flugzeuge zu Hause erinnert. Das war ganz nett. Und ich hatte das erste mal wieder Internet, das war auch ganz nett. Ich bin also ab und an ueber Whatsapp erreichbar. SMS empfange ich auch, aber weil ich meistens 50 cent aus dem Ausland zahle habe ich keine Lust darauf direkt zu antworten.

Ananas-Papaya-Smoothie in Limonal

In meinem Bus sassen bereits zwei aeltere Damen, die auch mit mir zurueck gefahren sind und wirklich kein Wort Englisch sprachen und da mein Spanisch auch wirklich nur sehr mittel ist, haben wir uns 10 Minuten lang sehr motiviert mit Haenden und Fuessen und spanischen Brocken unterhalten und dann freundschaftlich geschwiegen und nett gelaechelt. Am zweiten Stopp ist dann Wolfram mit seiner wunderschoenen kolumbianischen Frau Maria eingestiegen. Als geklaert war, dass wir beide aus Deutschland kommen (er aus Suedostbayern) kamen wir ins Gespraech und er erzaehlte mir, dass er vor 27 Jahren nach Playa Samara ausgewandert ist, zunaechst eine Bar gepachtet, dann gekauft hat, dann in Geschaefte umgewandelt hat, dann Apartments gekauft und vermietet hat und nun im Ruhestand ist.

Papagai und Mamagai in Limonal

Nach zwei Stunden kamen wir in Limonal an, der Hubstation, wo sich alle Kleinbusse treffen und man dann in den jeweiligen Bus fuer den jeweils weiteren Abschnitt umsteigt. Man macht eine 20-30 minuetige Pause, es gibt ein Restaurant und vor allem Toiletten (mit altbekannter Regel). Das ist gut, weil man hier aufgrund der Hitze immer sehr viel trinkt. Und weil die Busse keine grundlose Pause machen. Waehrend sich die 20 Minuten beliebig von den Busfahrern definieren lassen, kann man in den Baeumen ueber den Parkplaetzen freilebende Papageie beobachten. Die sind riesig und laut und wirklich huebsch. Waehrend des Stopps muss sich Wolfram seines Repertoires an Witzen ueber Bayern und Oesterreicher besonnen haben. "Das ist immer so nett, wenn man mal nen Deutschen trifft.".... So verstrichen die folgenden zwei Stunden wie im Fluge. Vor allem ab dem Moment, wo Maria mir zuzwinkerte und ihren Mann in ein Gespraech verwickelte, sodass ich ein bisschen doesen konnte.

mein Zimmer im Hotel Giada

hier haben viele Menschen Dreadlocks und man macht gerne Kunst selber

In Playa Samara angekommen richtete ich mich in meinem zuckersuessen Hotel ein und erkundete die Ortschaft. Diese besteht tatsaechlich aus genau zwei Strassen. Einer auf den Strand zulaufend und einer darauf orthogonal verlaufenden. Es gibt einen Fussballplatz, sechs Hotels, eine Kapelle, zwei Surfschulen, eine Grundschule, ein paar Souvenirlaeden, eine Post und eine Polizeistation. In meinem Hotel waren vor allem Hollaender. Der Strand war aber gaehnend leer und sehr schoen. Ich habe jeden Tag einen Strandspaziergang gemacht. Einen bei bewoelktem Wetter, einen bei stroemenden Regen, den ich kurz abgebrochen und Abends fortgesetzt habe, und einen heute morgen bei wunderschoenem Wetter, kurz bevor ich abgeholt wurde und ich war auch kurz im Wasser. Zwischendrin hat es viel geregnet und meist nachmittags gewittert. Am Freitag war dann waehrend des Gewitters ein dreizehnmnuetiger Stromausfall im ganzen Dorf. Der Unterschied zwischen zu Hause und hier ist, dass hier dann wirklich alles schwarz ist. Weil es aber waehrenddessen draussen gewittert hat war das ganz schoen cool, ein bisschen aufregend und ich habe mir gewuenscht, dass (weil mein Handyakku leer war) zu Haus niemandem was passiert...

die Entschaedigung nachdem ich mittags klatschnass geworden bin...

Heute Morgen am westlichen Ende des Strandes

ein echter Polizist vor einer echten Polizeistation vor einem echten Strand

Bolz

Das Pferd rechts hat leider keinen Kopf mehr. Die anderen beiden stehen auf dem Flur. Kein Witz.

ich finde ja, dass der Strand von Playa Samara ein bisschen aussieht wie Gallo Pinto.

Dann habe ich im Hotel auf meinem Bett gelegen, meine Zeitschrift oder mein Buch gelesen, US-Open geglotzt oder Workout (!) gemacht. Das war nach den Wochen der Masterarbeit gar nicht mal so schlecht. Essenstechnisch war hier nicht so viel neues dabei, weil man sich sehr an die vor allem US-Amerikanischen Gaeste angepasst hat. Aber auch hier habe ich frisches Obst zum Fruehstueck bekommen und Mittags meist einen leckeren Salat mit regionaler Avocado. UND! Ich habe hier meine erste und bisher einzige (wer mag es glauben...) Kugel Eis gegessen. Ich war ein bisschen enttaeuscht, deswegen lass ich das jetzt erstmal.

Avocado, weil regionales Gemuese...

Mango, weil regionales Obst...

Heute Morgen bin ich dann wieder abgeholt worden, die beiden Senoras sassen wieder auf der mittleren Bank und Wolfram ist zu Hause geblieben. Gar nicht schlecht, so habe ich die Fahrt genutzt um mal wieder Musik zu hoeren und aus dem Fenster zu gucken.

Die Tuer zur Sonne. Davor ein sovjetischer Streetballplatz.

Als ich frustriert in meinem schmutzigen Hotelzimmer in San Jose gesessen habe, hab ich schnell ein anderes fuer heute Nacht gebucht. Wie sich herausstellte ein absoluter Volltreffer. "La Puerta del Sol" ist nicht nur guenstiger als der Flop von vor vier Tagen, es ist auch ein Palast der Gastfreundlichkeit. Mein Zimmer ist wahnsinnig gepflegt, es gibt einen Pool, es ist sauber und Ana Maria und Pedro kuemmern sich um alles selbst. Ana Maria ist klasse. Sie spricht Englisch, ist Juristin, Notarin, hat keine Ahnung von Geographie (Costa Rica ist, auch wenn sie Juristin ist, keine Insel...) und schimpft laut und auf Spanisch mit ihrem offenbar vollkommen inkompetenten Mann. Zu mir ist sie deutlich milder. Als ich sie frage, ob ich den Computer im Gastraum nutzen darf, teilt sie mir mit, dass dieser nicht funktioniere, fragt aber auch, wofuer ich ihn den brauche. Als ich ihr erklaere, dass ich einen Blog schreibe, damit meine Mama weiss, dass es mir gut geht sagt sie "Oh of course! Use mine!" Und so sitze ich seit zwei Stunden in ihrem Buero am Laptop von Pedro ("Oh no, don't worry. It's only my husband's. You know....men...") und schreibe und lade Bilder.

Ana Maria in ihrem Buero. Sie skypet mit einer Freundin, mit der sie auch netter spricht als mit Pedro.
Morgen frueh um 4.30 fahre ich dann an den Flughafen und fliege nach Managua, wo ich dann abgeholt werde und in Salinas Grandes im Surfcamp verweilen werde. Hier war es sehr schoen. Gracias Costa Rica!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen